Spiegel


Andere Menschen spiegeln mir sehr oft meine Schatten. Diesen Menschen ist diese Tätigkeit normalerweise nicht bewusst. Sie sind einfach, wie sie sind, aber ich nehme das an ihnen wahr, was ich in mir verdrängt habe, was ich in mir nicht sehen möchte, was ich (noch) nicht erkennen kann.

Durch das bewusste Hinsehen auf Andere kann ich meine Schatten wahr nehmen. Oder auch nur einfach meine aktuellen Themen. Oder auch meine blinden Flecken.

Ich habe diesen Teil jetzt bewusst in der ich-Form geschrieben, weil dies für mich voll stimmig ist, ich aber nicht unterstellen möchte, dass es für dich auch nachvollziehbar ist, was ich beschreibe.

Meine persönliche Überzeugung ist auch, dass immer nur ich meinen eigenen Schatten erkennen kann. Wenn ich glaube, bei anderen Menschen dessen Schatten erkennen zu können ist das für mich meist einfach „nur“ Projektion (siehe nächstes Kapitel).

Lass es mich noch etwas anders formulieren. Ich kann zwar am Verhalten anderer Menschen deren „blinde Flecken“ erkennen, aber nur, wenn auch ich in Resonanz dazu stehe, d.h. dieser An-teil auch in mir zu finden ist.

Also bin ich wieder bei meinen ureigensten Schatten. Auch, wenn ich vielleicht davon überzeugt bin, dass dies keins meiner Themen (mehr) ist, ich es eben nur an und in anderen Menschen wahr-nehme, wenn es auch mich selbst be-trifft.

Hierzu passt auch noch: Ich kann nichts erkennen, was ich noch nie selbst erlebt habe. Aber ich sollte immer daran denken, dass nicht alles, was ich persönlich erlebt habe auch das ist, was andere Menschen erleben müssen um zu deren ureigensten Lernerfahrungen zu kommen.

Ich persönlich empfinde diese Thematiken einerseits als sehr aufschlussreich und bereichernd. Andererseits kann ich grad in diesem Bereich immer nur an mir selbst arbeiten und es auch nicht für, oder gegen, andere Menschen anwenden.


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